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Das bin ICH

Wir alle bestehen aus Geschichten. Der 27-jährige Sammy Mwaniki aus Kenia auch. Hier ist seine Geschichte.
Als Kind ging Sammy in die Internat-Schule in Narok, einem Ort nicht weit vom weltberühmten kenianischen Tierpark Massai Mara. Die Schule wurde von der Immanuel Church of the Nazarene finanziert und seine Eltern, die nicht so viel Geld hatten, mussten für die Schule nichts zahlen. Die Sekundarstufe hatte ihm sein Onkel finanziert. Diese zwei Ereignisse haben den 18-jährigen zum Nachdenken gebracht und das soziale Engagement in ihm geweckt. Wie der Zufall es wollte, hat er nach dem Sekundarschulabschluss von einem Freund von einem Bildungsprojekt im Massai-Land erfahren. Ohne zu zögern, hat er sich beworben, ist zum Vorstellungsgespräch gegangen, erzählte seine Geschichte und wurde angenommen. Heute ist Sammy sehr dankbar dafür, dass er diese Erfahrung erleben konnte.
Die Massai sind die bekannteste ostafrikanische Volksgruppe aufgrund ihrer unverwechselbaren Kultur. Sie leben am Rande von Nationalparks in kleinen Dörfern als Halbnomaden und haben eine enge Verbindung zu ihrem Vieh. Der Reichtum eines Massai wird noch heute an der Zahl der Rinder gemessen. Sammy hat mir erzählt, dass „kleine Mädels mit 16/17 gezwungen werden zu heiraten, weil der Mann 40 Ziegen gebracht hat“. Sammy war einer von 20 teilnehmenden Frauen und Männern des Projekts, das von der Massai Education Discovery (MED) organisiert wurde. In 3 Monaten haben sie viele Schulen in verschiedenen Regionen des Massai-Landes besucht und Vorträge gehalten. „Im Busch (irgendwo im Wald, im Dschungel) kann man sehr viele Dinge bekämpfen, wie zum Beispiel Frauenbeschneidung, Zwangsheirat, HIV, Analphabetismus“, sagt Sammy. „ In Kenia gibt es Schulpflicht, aber sie existiert nicht im Busch. Da haben die Leute eine andere Mentalität. Die älteren gebildeten Massai glauben nicht, dass sie durch das Projekt etwas Neues erfahren könnten. Die Frauen wollen auch nichts von Beschneidung hören.“ Sammy ist
davon überzeugt, dass man mit dieser Aufklärungsarbeit das harte Leben der Massai verbessern kann. Er ist sehr traurig, wenn er sieht, dass Menschen kein sauberes Trinkwasser haben und unter vielen Krankheiten leiden, die Krankenhäuser sind weit entfernt und es gibt keine Straßen und Transportmittel. „Es ist aber nicht gut, wenn man jemandem immer Fisch gibt, man sollte zeigen, wie man angelt“. Deswegen ist es wichtig, Kinder zur Schule zu schicken, damit diese später ein „besseres“ Leben führen können und gleichzeitig das Bewusstsein der Massai zu stärken, um ihre
Zukunft selbst zu bestimmen.
Sammy möchte gern nach seinem Studium ein Kind aus dem „tiefsten Busch“ finanziell unterstützen. Zurzeit arbeitet er als Aushilfe (Gabelstapler bei Ecotex GmbH) in Wuppertal, um sein Studium und die Schule seiner Schwester, die in Kenia lebt, zu finanzieren. Was er hier inb Deutschland verdient, teilt er gerne mit anderen Afrikanern in Afrika. Deswegen engagiert er sich in den Projekten von MUMO Deutschland e.V.
Gemeinnütziges Kinderhilfswerk Nairobi (www.mumo-deutschland.de )und MPITO school network e.V. (www.mpito.net). Die Arbeit in diesen Vereinen ist sehr transparent und das Geld geht direkt an die Kinder in den afrikanischen Schulen.
Nächstes Jahr schreibt er seine Bachelorthesen im Fachbereichb Ingenieurswesen an der Technischen Hochschule Köln, danach würde erbgern in seinem Beruf arbeiten und irgendwann mal in sein Land zurückgehen.
Sammy glaubt an die Gesetze des Gleichgewichts, an Karma und Gerechtigkeit, alles kommt zu einem zurück, irgendwann gleicht sich alles aus. Er ist davon überzeugt, dass alle Menschen auf dieser Welt miteinander verbunden sind und es ist egal, an welchen Gott man glaubt, zwischenmenschliche Kommunikation ist das, was überhaupt zählt. Er hilft den Kindern, weil er weiß, dass das, was er macht, das Richtige ist. Wenn man sich an die Werte des richtigen und guten Handelns hält, dann
schaut man mit Optimismus in die Zukunft. „Kinder sind unsere Zukunft“.

Sammys Botschaft kann so etwas wie ein universelles Gesetz des
Miteinander verstanden werden.

Fotografin: Celia Wagner www.celia-wagner.com
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